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  23. Weltjugendtag 2008
 
WJT Gruppenbild

"Südwest" goes "Down under"

 

87 junge Leute aus der Erzdiözese Freiburg sind zum Weltjugendtag nach Australien aufgebrochen. Florian Peters berichtet in seinem Tagebuch, was sie am anderen Ende der Welt erleben. Seine Einträge könnt ihr hier Tag für Tag nachlesen.

 

Dienstag, 08. Juli 2008, Ayers Rock

Tage der Begegnung
Gegen Nachmittag sind wir in Australien gelandet. 21 Stunden hat unser Flug von Frankfurt über Singapur und Sydney ins Northern Territory gedauert – der Jetlag kann also kommen. Vorher geht es aber erst zum Ayers Rock, der von den Aborigines "Uluru" genannt wird. Auf dem Weg besichtigen wir noch zwei andere gewaltige Felsformationen: die sogenannten Olgas, eine Steinformation mit fast kugelrunden Sandsteinen und das Tal der Winde, in dem sich uns ein beeindruckendes Spiel aus Licht und Schatten präsentierte. Der Höhepunkt unseres ersten Tages in Australien ist dann aber der Sonnenuntergang am Ayers Rock. Im letzten Sonnenlicht zeigt der Felsen seine ganze Pracht!

Mittwoch, 09. Juli 2008, Ayers Rock

Am Mittwoch quälen wir uns bereits um halb sechs aus den Betten, um den Sonnenaufgang am Ayers Rock zu verfolgen. Später durchwanderen wir den Uluru National Park. Und zum Abendessen gibt es ein typisch australisches Gericht: Pizza.


Donnerstag, 10. Juli, Alice Springs

Am fünften Tag unserer Australien-Reise ging es heute nach Alice Springs.

Nachdem wir an den ersten beiden Tagen in Hotels nahe des Ayers Rock bzw. des Kings Canyon untergekommen waren, wurden wir heute von unseren Gastfamilien in Empfang genommen.

Zuvor hatte sich unsere Gruppe aus 87 Pilgern bereits um halb acht auf den Weg in den Kings Canyon gemacht, wo wir uns wie im Western durch Täler mit tiefen Klippen bewegen durften und imposante Fotos schiessen konnten. Nach dem Ende unserer rund dreistündigen Wanderung machten wir uns schliesslich mit dem Bus auf nach Alice Springs.

In Alice Springs wurden wir schliesslich von unseren jeweiligen Gastfamilien in Empfang genommen. Und nach einem tollen Abendessen und angeregter Unterhaltung mit Marcus und seiner Frau Virginia, unseren freundlichen australischen Gastgebern, fiel ich erschöpft in mein Bett. Morgen steht dann die Erkundung von Alice Springs auf dem Programm.


Freitag, 11.Juli 2008, Alice Springs

Tage der Begegnung
Am zweiten Tag in Alice Springs trafen wir nach der Begrüßungszeremonie erneut auf unsere Gastgeber aus der Gemeinde um ihren Priester Pater Raass. Nachdem wir uns bei der traditionellen Aborigine-Begrüßung bereits mit Rauch überdecken durften, wurde uns diesmal die traditionelle Kunst der Aborigines und ihre Stellung zum Christentum näher gebracht. Während wir uns beim Einrauchern noch die Augen rieben (aus zweierlei Grund) waren wir diesmal fasziniert von der Kultur der australischen Ureinwohner. Auch das Essensangebot für einen Kangaroo-tale, also ein Stueck Känguruschwanz, kam uns unbekannt vor. Dennoch wagten sich andere Pilger und (nicht ohne ein wenig Selbstlob) auch ich mich an die Spezialität! Im Nachhinein könnte man die Angelegenheit mit dem Verspeisen eines halben Hähnchens vergleichen, den viele Knochen und Sehnen machten dieses Mahl recht anstregend.

Am frühen Vormittag hatten wir zuvor zusammen mit einigen Gemeindemitgliedern von Alice Springs bereits einen Eröffnungsgottesdienst in zwei Sprachen gehalten. Anschliessend waren wir zur Wanderung in Richtung Telegraph Station aufgebrochen, wo früher die wichtigste Fernmeldeverbindung zwischen England und Australien bestanden hatte. Nach einer Führung durch die Station bereitetn uns die Anwohner, natürlich, ein leckeres BBQ im Freien mit Kamel-, Lamm- und Kängurufleisch zu.

Bevor wir schliesslich zu der Gemeinde der Aborigines aufbrachen, konnten wir noch einige Kängurus in der freien Natur beobachten, wo sie uns dann auch besser gefielen, als auf dem Grill.


Samstag, 12. Juli 2008, Alice Springs

Tage der Begegnung
Am Samstag besuchten wir bereits gegen neun Uhr morgens die ausserhalb von Sydney gelegene Aborigine-Gemeinde von Santa Teresa. Eine ungewollte Verzögerung des Besuchs gab es dann in Form einer Panne von einem unserer Busse, die auf dem staubigen Feldweg nach Santa Anna Schwerstarbeit zu verrichten hatten. Als die Gruppe schliesslich mit einem Ersatzbus nachgereist kam, konnten wir uns nach einem sehr schönen und stimmungsvollen Gottesdienst ein Bild vom Leben der gemeindemitglieder in Santa Anna machen. Erneut durfte auch hier das Einrauchern als Begrüßungsritual nicht fehlen. Nach dem Gottesdienst erhielten die WJT-Reisenden aus der Gemeinde Ihre Pilgerkreuze. Immerhin 17 junge Menschen werden nächste Woche wie wir nach Sydney reisen. Am freien Nachmittag nutzten wir unsere Zeit in Alice Springs um einzukaufen und die Stadt besser kennen zu lernen. Ausserdem war die Zeit für einen Kaffee gegeben, sodass man diesen Tag entspannt abschliessen konnte, bevor es in den nächsten Tagen nach Sydney weitergeht.

 






 

 



Sonntag, 13.Juli 2008, Alice Springs

Florian Peters
Hallo aus Australien,

heute war unser letzter Tag in Alice Springs. Also die letzte Möglichkeit, etwas mit unseren Gastfamilien zu unternehmen. Unser Gastvater Michael hatte bereits am Freitag die Idee geäussert, mit uns ein Wanderung durch das Outback zu machen. Mein Bruder hatte begeistert zugesagt und ich fügte mich.

Doch zunächst feierten wir heute morgen in Form eines grossen Gottesdienstes Abschied von Alice Springs. Mit Band und vielen, vielen Besuchern wurden wir deutschen Pilger, sowie alle Pilger aus Alice Springs verabschiedet. Anschliessend bedankte sich unser Reiseleiter Jugendpfarrer Joachim Burkard für die wirklich nette Aufnahme in der Gemeinde und für die schöne Zeit.

Am Mittag fuhren wir dann mit Michael und mit zwei seiner Freunde in die Berge nahe Alice Springs und begannen unsere Wanderung. Michael klärte uns auf, dass wir diese Wanderung nur im Winter machen könnten, weil es im Sommer über 40 Grad im freien Gelände hat. Die heutigen 25 Grad reichten mir auch völlig aus um ins Schwitzen zu kommen. Nach 19 (!!!) Kilometern erreichten wir schliesslich unser Ziel Simpsons Gap, wo wir die ganz seltenen Wallabys, eine Beuteltierart ähnlich dem Känguru nur kleiner, sehen konnten. Zu diesem Zeitpunkt hatten meine Füße aber auch bereits die selbe Farbe wie der rote Sand der Erde angenommen. Dasselbe galt auch für meinen Nacken, meine Arme und vor allem für meinen Kopf.

Nach unserer Rückkehr trafen wir uns dann noch zum grossen Abschluss-BBQ im Gemeindezentrum von Alice Springs und verabschiedeten uns noch als Gruppe von den Organisatoren der Tage der Begegnung.

Nun werde ich wohl noch meine Füsse und Knie in Eis legen, bevor wir morgen früh nach Sydeny, zum eigentlichen Weltjugendtag, fliegen.

Viele Grüsse aus Australien und einen guten Start in die morgen beginnende Woche wünscht Florian.


Montag, 14. Juli 2008, Sydney

Hallo aus Australien,

Heute war ein langer und anstrengender Tag: Um zwölf Uhr heute Mittag hiess es für uns Abschied nehmen von Alice Springs und damit auch von unseren Gastfamilien, bei denen wir in den letzten Tagen gelebt hatten. Aber wie in den meisten Fällen tauschten auch mein Bruder und ich Adressen für Post und E-Mail aus, so dass ein Kontakt bestehen bleiben wird. Nach nur vier Tagen fiel mir der Abschied aber dennoch schwer, da ich unsere Gasteltern wirklich lieb gewonnen habe.

Den Rest des Tages verbrachten wir schliesslich damit, uns in Flugzeugen und Terminals aufzuhalten, denn über Melbourne flogen wir mit Quantas nach Sydney, wo morgen offiziell der Weltjugendtag beginnen wird. Heute Abend gegen 21 Uhr erreichten wir dann Ingelburn bei Sydney, unseren Katechesenort. Also die Gemeinde, wo wir unsere internen Messen der Gruppe feiern werden. Nach einigem Chaos bei der Einweisung zu unseren neuen Gastfamilien kam ich schliesslich zusammen mit meinem Bruder und zwei Freunden erneut zu sehr netten Menschen, die uns wie die Menschen in Alice Springs mit offen Armen empfingen und mir auch freundlicherweise Ihren Computer zur Verfügung stellten.

Umso länger unsere Reise nun andauert, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass diese Australier ein wirklich gastfreundliches und aufgeschlossenes Volk sind. Waren mir diese Menschen zuvor noch unbekannt, lerne ich sie nun immer besser kennen – und schätzen. Und darauf freue ich mich besonders in den nächsten Tagen.

 

Dienstag, 15. Juli 2008, Sydney

Die Lehner Reisegruppe vor der Oper in Sydney (von l.n.r.): Marc Heinrich, Joachim Burkard, Stefan Peters, Florian Peters
Die Lehner Reisegruppe vor der Oper in Sydney (von l.n.r.): Marc Heinrich, Joachim Burkard, Stefan Peters, Florian Peters
Was lange währt wird endlich gut: Hallo aus Australien oder genauer: Hallo aus Sydney! Am heutigen Dienstag konnten wir zum ersten Mal Sydney in Augenschein nehmen. Allerdings waren wir lange nicht die einzigen. Tausende von Pilgern besiedelten heute die Strassen von Sydney und bescherten der Stadt den Ausnahmezustand. Amerikaner, Italiener, Peruaner, Chilenen, Franzosen, natürlich viele, viele Australier und nicht zuletzt massenhaft Deutsche sorgten dafür, dass selbst die sonst so coolen und lockeren Sydneysianer (ich glaube so werden sie genannt) ein ums andere Mal Ihre Augen verdrehten. Wie vor drei Jahren in Köln nahmen die Pilger aus aller Welt die Innenstadt in Besitz – und ich mittendrin...

Nach einer ausgiebigen Sightseeingtour entlang der Harbour Bridge und des Opernhauses ließen wir uns am frühen Nachmittag am Hafenufer nieder, um den Eröffnungsgottesdienst zu verfolgen. Die gesamte Feier dauerte über zwei Stunden und wurde vom Kardinal der Erzdiözese Sydney geleitet. Anschliessend gab es bis in die späten Abendstunden viele, viele Angebote in den Parks der Stadt, wo sich Konzerte und andere Liveveranstaltungen abwechselten.

Doch gerade wegen der vielen Pilger war es heute schwierig, an seine Pilgermahlzeiten zu gelangen. Lange Schlangen bildeten sich vor den Essensausgaben der Weltjugendtagsorganisatoren. Die Volunteers hatten alle Hände voll zu tun, die hungrige Meute zu versorgen. In solchen Fällen empfiehlt es sich dann für den Pilger von Welt vielleicht den ein oder anderen Fast Food Imbiss aufzusuchen, wovon es in Sydney auch nicht mangelt. Dass man ein gutes Abendessen braucht zeigt der Heimweg: Zusammen mit anderen tausenden von Pilgern versuchte ich mich in U-Bahnen zu drücken, um zu meiner Gastfamilie zu kommen. So sind Schlafenszeiten von halb eins in der Nacht die Regel. Und dennoch wartet am nächsten morgen dann schon wieder eine Kateches. In meinem Fall morgen mit unserem Freiburger Weihbischof Rainer Klug. Also nichts wie ins Bett.

Gute Nacht aus Sydney sagt,

Florian

Mittwoch, 16.Juli 2008, Sydney

Hallo zusammen aus Sydney!

ich beim Interview
Der 23. Internationale Weltjugendtag in Sydney ist in vollem Gange! Das merkt man, wenn man durch die Straßen der Stadt läuft und tausende von Pilgern um sich sieht. Heute stand für uns Freiburger die erste von insgesamt drei Katechesen auf dem Programm. Unser Katechesenort, die Gemeinde von Glenfield, liegt nur zehn Autominuten von Ingelburn, dem Ort unserer Gastfamilien entfernt. Die heutige Katechese zum Thema “Heiliger Geist” sowie den anschliessenden Gottesdienst hielt der Freiburger Weihbischof Rainer Klug. Mit vielen anschaulichen Metaphern machte der Bischof seinen Zuhörern seine Position zum dem Thema verständlich. Auch bei der anschliessenden Fragerunde stellte er sich dem interessierten Publikum, bestehend aus Pilgern aus Dresden, Köln und Freiburg. Und selbst nach der Liturgiefeier war er einem Gespräch mit uns Pilgern aufgeschlossen und suchte den Kontakt zu den jungen Menschen. Nach einem gemeinsamen BBQ zogen wir Pilger schliesslich Richtung Sydney, wo auch heute wieder der Bär tanzte!

Am Nachmittag besichtigten einige Freunde und ich das Olympische Dorf der Sommerspiele 2000 und picknickten anschliessend nahe des olympischen Fährhafens, bevor wir dann bei Einbruch der Dunkelheit mit der Fähre nach Sydney Harbour übersetzten, und sich uns die City der Weltstadt in voller Pracht offenbarte. Die nun folgende Essensuche verlief am Ende sogar erfolgreich, sodass wir ausgestattet mit unserem Pilger-Dinner zufrieden die Heimreise mit dem Zug antreten konnten.

An diesem Punkt sei den Organisatoren mal ein grosses Kompliment ausgesprochen, da sie den Umständen entsprechend sehr gut mit der gewaltigen Masse von Menschen zurechtzukommen scheinen. Vor allem die vielen, vielen Volunteers die an jeder Strassenecke oder in der U-Bahn stundenlang stehen, verdienen grossen Dank, da ohne Ihre Hilfe manch ein Pilger wohl etwas aufgeschmissen wäre.

Noch eine wichtige Nachricht fuer alle Daheimgebliebenen in Freiburg: Morgen wird der Papst offiziel in Sydney begrüsst und ausserdem sei gesagt, dass die Ampeln hier in Sydney Geräusche ähnlich Laserkanonen machen, um die Fussgänger auf die Überquerung der Strasse hinzuweisen. Dass die Grünphase selbst nur gefühlte 5 Sekunden beträgt und die ersten Autofahrer dann schon wieder nervös mit dem Gas spielen, beschleunigt den Verkehr erheblich. So gibt es keine Trödeleien an der Ampel. Das wäre doch auch was für unser aktives Freibug, oder?

Good Night from Sydney,

Florian Peters


Donnerstag, 17.Juli 2008, Sydney

Papst beim WJT 2008
Hallo aus Australien,

heute ist der Tag der Papstankunft! Viele, wenn nicht die meisten, hatten in den letzten Tagen daraufhin gefiebert, den heiligen Vater begrüßen zu dürfen. Und dementsprechend war dann auch der Empfang heute Mittag am Barangaroo Gelände am Hafen von Sydney. Hundertausende jubelten dem Papst vom Ufer aus zu. Doch wohl nur die wenigsten bekamen ihn bei dieser Menschenmasse auch zu Gesicht. Ich persönlich habe den Papst bereits vor drei Jahren in Köln und vor zwei Jahren in Rom gesehen. In Rom war er sogar nur wenige Meter von mir entfernt. Auch meine Freunde hatten nicht das grosse Bedürfnis, den Papst zu sehen, also verbrachten wir den Nachmittag nach der Papstankunft am Bondi Beach, einem der schönsten Strände Sydneys und blickten auf den Pazifik hinaus. Überhaupt sollte doch die Gemeinschaft der Jugend der Welt und nicht allein der heilige Vater im Vordergrund dieses Ereignisses stehen, oder?

Ich jedenfalls hatte auch so einen schönen Tag. Auch weil wir heute morgen erneut eine sehr schöne Messfeier in unserer Gemeinde in Glenfield unter der Leitung von Bischof Matthias König aus Paderborn hatten. Und auch weil wir heute Abend mit Joanne, der Tochter unserer Gastfamilie, in ein "typisch" australisches Restaurant gegangen sind: Das Löwenbrau Haus in Sydney. Zu Blasmusik und Schlagern wurde hier Schweinshaxe serviert und Maß Bier gereicht. Typisch australische eben, aber Joanne wollte es und unbedingt zeigen.

Gute Nacht aus Sydney,

Florian

 

 

 

 

 


Freitag, 18.Juli 2008, Sydney

Ich im Pazifik am Bondi Beach
Hallo zusammen aus Australien,

An unserem vierten Tag in Sydney war das Wetter wieder etwas besser als in den letzeten Tagen, als es vermehrt viele Wolken gab, die die Sonne verdeckten und so für etwas kühle Temperaturen sorgten. Und mit dem besseren Wetter kam auch die bessere Stimmung. So auch z.B. beim heutigen Kreuzweg der Pilger an verschiedenen Stationen in Sydney. Allerdings hätte ich mir für die Eucharistiefeier mehr aktuellen Bezug der Kirche gewünscht, z.B. durch verschiedene Kulturen und Herkunften auf der Bühne. Aber leider war es dann doch eine insgesamt sehr routinierte Messfeier. Dennoch hat mir der Kreuzweg gut gefallen, vor allem auch weil durch die vielen Pilger zumindest die kulturelle Vielfalt auf den Locations gewährleistet war. Das fanden auch andere Pilger in meiner Nähe sowie meine Freunde richtig toll.

Weitere Highlights waren heute zweifellos der Besuch im Zoo von Sydney, sowie der Besuch der Oper heute Abend. Im Zoo, der zu den besten der Welt gehört, konnten wir Koalas und Kängurus aus nächster Nähe bestaunen und hatten ausserdem einen großartigen Blick auf die Skyline von Sydney, da der Zoo am anderen Ufer des Hafens liegt.

Das ganze wurde nur noch vom Besuch der Oper heute Abend getoppt, wo das Sydney-Sinfonieorchester Beethoven’s Missa solemnis, d.h. Kyrie, Glorian, Credo, Sanctus sowie Agnus Dei spielte. Unter der Leitung von Gianluigi Gelmetti gab es ein tolles 90 minütiges Konzert, dass selbst mir als Kulturbanausen sehr gut gefallen hat. Ausserdem ist es einfach ein tolles Gebäude, dieses Opernhaus hier in Sydney. Zu Sekt konnte man im Vorfeld des Konzertes über die Aussenanlage der Oper schlendern und wahlweise die Skyline, den Sternenhimmel oder das Meer bestaunen. Schon neidisch?

Gute Nacht aus Australien sendet,

Florian

Sonntag, 20.Juli 2008, Sydney

Abschlussgottesdienst
Der 23. Weltjugendtag ist Geschichte: Mit einem großen Gottesdienst auf dem Randwick Racecourse endete heute Vormittag der Weltjugendtag in Sydney. Rund 235.000 Pilger hatten bereits gestern Abend das Abendgebet auf dem Racecourse besucht und unter freiem Himmel geschlafen. Ich selbst verbrachte den Abend ebenfalls auf dem Racecourse, allerdings im hinteren Teil, wo wir zufällig die Ankunft des Heiligen Vaters in seinem Autokorso miterlebten. Einige Freunde und ich verbrachten die Nacht dann aber doch in einem Hotel in Sydney. Die ca. null Grad waren uns dann doch etwas zu kalt für "sleeping under the stars".

Am frühen Morgen wuchs die Menschenmenge auf dem Course dann schließlich auf eine halbe Million Pilger an und aus ganz Sydney und Umgebung strömten die Menschen auf den Platz. Zum ersten Mal bei einem Weltjugendtag firmte der Papst im Rahmen des Abschlussgottesdienstes junge Menschen aus aller Welt. Mit dieser Geste wurde der Sinn und Inhalt des diesjährigen Weltjugendtages, die Sendung des Heiligen Geistes, verdeutlicht. Enttäuscht war ich allerdings von der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes, da sich wie in Köln, fast keine Möglichkeit zum Mitsingen bot, weil der Verlauf eher konzertähnliche Züge hatte. So stand dem Chor der Jugendlichen ein philharmonisches Orchester und Profisänger zur Seite, die wenig Raum für jugendgemäße Musik gaben.

Laut und lebendig wurde es wieder am Ende des Gottesdienstes, bei der Verkündung des nächsten Weltjugendtages: Er wird 2011 in Madrid stattfinden. So verlasse ich morgen Sydney mit unserer Reisegruppe in Richtung Cairns, um unsere gemeinsame Zeit in Australien noch zu nutzen. In der Hoffnung, die Jugendlichen aus aller Welt in drei Jahren wiederzutreffen. Dann eben in Madrid…


See you (noch) aus Sydney,

Euer Florian

Montag und Dienstag, 21. und 22. Juli 2008, Sydney und Cairns


Harbour Bridge zum Abschluss des WJT
Hallo aus… Cairns!

Seit gestern Abend Ortszeit sind meine Reisegruppe und ich in Cairns, im Nord-Osten Australiens. Hier in der 123.000 Einwohner Stadt, werden wir die letzten Tage in Australien verbringen, bevor es am Samstag früh über Brisbane und Singapur zurück nach Frankfurt geht. Hier im Internet Cafe des Backpacker Hotels in dem wir leben habe ich nun wieder die Zeit gefunden einen kleinen Brief in die Heimat zu schreiben.

Das Ende des Weltjugendtages in Sydney verbrachte ich am Sonntag und Montag tagsüber damit, noch einmal die schönsten Stellen der Stadt zu besuchen. Gestern früh hob ja auch der Papst schon wieder in Richtung Vatikan ab.

Nachdem wir letzte Nacht nur noch müde in die Betten gefallen waren, stand heute die erste Sehenswürdigkeit der Gegend auf dem Programm: Das berühmte Great Barrier Reef! Bereits um sechs Uhr musste sich dabei unsereins aus den Betten quaelen. Aber das sind wir ja mittlerweile gewohnt. Anderthalb Stunden Fahrt mit dem Schiff von Cairns waren es schliesslich auch. Auf einem Atoll in der Nähe des Riffs hatten wir dann die Möglichkeit zu schnorcheln, zu tauchen oder einfach nur das Wetter zu genießen. Allerdings ließ sich die Sonne heute nicht so oft blicken. Jedoch kann man sich hier sicher sein, nie zu frieren. Die Luftfeuchtigkeit hier ist atemberaubend hoch. Schon beim Gang zum Check Out gestern Abend klebten einem die Finger sofort.

Bis wir jedoch in die traumhaften Unterwasserwelten abtauchen konnten, mussten einige in unserer Gruppe mit ganz anderen Schwierigkeiten zurechtkommen: Der Seekrankheit! Nicht wenige an Bord überkam auf dem Weg zum Riff die Übelkeit. Die obligatorischen Tüten wurden gereicht und auch Ingwertabletten, die gegen die Übelkeit helfen sollen. Entlohnt wurden dann jedoch alle fürstlich. Beim Schnorcheln im Riff breitete sich vor mir eine faszinierende Welt aus: Schwärme von kleinen und großen Fischen, Schildkröten und sogar Rochen konnten bewundert werden. Nach den Ausflügen unter Wasser wurde uns ein grossartiges Lunch an Bord geboten, bevor zum Abschluss des Tages eine Fahrt in einem Glaßbodenschiff auf dem Programm stand, wo man nochmals alle Lebewesen unter Wasser beobachten konnte.

Morgen steht ein freier Tag auf dem Programm, den ich vermutlich am Strand oder in der Stadt verbringen werde. Aufregend wird es erst wieder morgen Abend: Dann steht Krokodil auf dem Speiseplan zum Dinner…

See you,

Florian

Donnerstag, 24. Juli, Cairns:

'Ich bin ein Pilger, holt mich hier raus...'
"Ich bin ein Pilger, holt mich hier raus..."
Hallo aus Cairns,

unsere Reise neigt sich dem Ende zu! Nur noch ein Tag, dann geht es am Samstag in der früh schon um 5:30 Uhr von Cairns aus über Brisbane und Singapur nach Frankfurt zurück. Am Sonntagmorgen deutscher Zeit werden wir um sechs Uhr früh wieder deutschen Boden betreten. Doch die letzten Tage sind nicht minder aufregend wie die bisherigen knapp zweieinhalb Wochen:

Nachdem wir den gestrigen Tag zur freien Verfügung hatten und diesen vor allem mit Shopping (in der Touristenhochburg Cairns gibt es unzählige Geschäfte) und Kaffee trinken verbrachten, stand heute der Ausflug in den Regenwald, sowie ein Besuch beim Aborigine Kulturzentrum von Cairns auf dem Programm. Wie gewohnt war bereits sehr früh, nämlich um 7.50 Uhr Treffpunkt. Anschliessend ging es mit der historischen Kuranda Scenic Rail, einer Eisenbahn mit Diesellok, die 99 Kurven hinauf nach Kuranda, wo wir in den Regenwald eintauchen konnten. Noch vor unserem Mittagessen, besuchten wir den Vogelpark von Kuranda, wo die Besucher die Möglichkeit haben, die wenig scheuen Papagaien und Co. Zu streicheln und zu füttern. Die Vögel lassen sich ausserdem gerne auf Hütten und Rucksäcken nieder. Später gab es dann das am Dienstag angekündigte Krokodil zu Mittag. Und unter uns: Nachdem ich auf dieser Reise so manch exotisches Tier verspeist hatte und durchweg positiv überrascht war, blieb mir das Krokodil doch relativ fremd.

Nach dem Essen bestiegen wir die Skyrail. Eine Seilbahn, die sich über eine Länge von 7,4 Kilometern über den Regenwald zieht, bevor sie am Kulturzentrum der Ureinwohner wieder endet. Dort konnten wir uns heute im Speer- sowie Bumerangwurf üben (was einfacher aussieht als es ist). Zudem wurde uns ein grosses Stück der Kultur der Aborigines nähergebracht und manch einer konnte sich sogar die richtige Technik für das Didgeridoo Spiel abgucken. Sogar eine Tanzshow der Aborigines wurde geboten, bei der das Publikum voll miteinbezogen wurde. Niemand konnte sich dem kräftigen Klatsch und Didgeridoo Rhythmus entziehen. Da muss man einfach mitmachen!

Für morgen, unseren letzten Tag in Down Under, ist eine Flussfahrt durch den Regenwald geplant, bei der wir hoffentlich einige Salzwasserkrokodile zu Gesicht bekommen werden. Bevor es anschliessend ein letztes Mal die Möglichkeit gibt, Koalas zu bestaunen: Nälmich im Zoo von Cairns. Am Abend werden wir uns in der Gruppe nochmals zusammensetzen und in der Kirche der Stadt ein Eucharistiefeier zum Abschluss abhalten. So entsteht nochmal ein gemeinsamer Abschluss für diese Reise, was ich sehr schön finde. Denn bis Singapur fliegen wir in getrennten Flügen.

Insgesamt sind diese drei Wochen für mich unwahrscheinlich schnell verflogen. Es kommt mir vor als wäre es erst ein paar Tage her, dass ich mich in Freiburg von meinen Freunden und meiner Familie verabschiedet habe und wir nach Frankfurt aufgebrochen sind. Schon jetzt kann ich sagen, dass diese drei Wochen zur besten Zeit in meinem Leben gehören. Die Tage im Outback, die ersten Treffen mit den Einheimischen während der Tage der Begegnung in Alice Springs. Dann natürlich die Woche in Sydney und der Weltjugendtag, wo hundertausende von jungen Menschen Sydney fest in der Hand hatten und ein gigantisches Gefühl von Gemeinschaft entstand. Und nicht zuletzt die schönen Tage hier in Cairns.

Als ich im Herbst des letzten Jahres beschlossen habe, hier nach Australien zu fahren, wurde ich von allen Seiten beglückwünscht und ermuntert. Ich bin für diese Reise sehr dankbar, den trotz all der Strapazen und unbekannten Gebiete habe ich diese drei Wochen genossen. Australien ist also doch immer eine Reise wert.

Zum letzten Mal gute Nacht aus Australien,

Euer Flooo

 

 

 

Das Motto des Weltjugendtages 2008

Das Motto für den 23. Weltjugendtag lautet: „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird, und ihr werdet meine Zeugen sein.“ (Apostelgeschichte 1,8)

Bereits heute können sich Volunteers in Sydney melden. Mehr dazu auf der offiziellen Internetseite des Weltjugendtags 2008.

Die offizielle Website von Sydney 2008 in der deutschen Google-Übersetzung.

Das Opernhaus in Sydney
Das Opernhaus in Sydney

 

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12.02.2010
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Jetzt schon den Termin vormerken: Samstag, 27. März 2010
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